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© 2003
wolfgang hahn
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WOLFGANG HAHN


 

Wolfgang Hahn kann eine profunde künstlerische Ausbildung nachweisen. Nach dem Studium an der PH Aachen bei Joachim Bandau wechselte er an die GH Kassel zu Harry Kramer. Ein Stipendium des DAAD führte ihn in die USA, u.a. an das Center for Advanced Visual Studies in Cambridge/Mass., wo damals Otto Piene lehrte. Seit 1976 arbeitet Wolfgang Hahn grenzüberschreitend in den unterschiedlichsten Medien. Sein primäres künstlerisches Ziel ist es, ein "missing link", die Verbindung oder Brücke zwischen Zeichnung und Skulptur zu entwickeln. Fünf Werkgruppen dokumentieren sein kontinuierliches, experimentierfreudiges Bemühen um dieses Thema. Seine frühesten Arbeiten in den siebziger Jahren sind auf- klappbare Wellpappekartons in Form menschlicher Silhouetten. Sie spielen mit dem Verhältnis von Innen und Außen, Flächen und Volumen, positiver und negativer Form und der Verbindung von amorpher Form und geometrischer Kante. In den "Leimbildern" der frühen achtziger Jahre beschichtet Hahn aufgespannte Leinwände mit honigfarbenem Fliegenleim. Auf einer zunächst monochromen Fläche bildet sich mit der Zeit die Atmosphäre des Raumes ab. Das Bild entwicket sich aus Zufall, ohne Einwirkung des Künstlers, indem Staub, Insekten und andere Partikel der Luft sich für einen gewissen Zeitraum auf der Oberfläche fixieren. Spätestens nachdem der Leim getrocknet ist, fallen sie wieder ab, löst sich das Bild auf, bleiben nur noch Spuren. Für Wolfgang Hahn spiegeln diese (zwischen Bild und Objekt angesiedelten) Arbeiten auch den Lebenszyklus wieder. In den achtziger Jahren sind Skulpturen aus Legosteinen ein zentrales Thema seiner Arbeit. Brücken, Torbögen, Dachkonstruktionen variieren erneut das Verhältnis von Innen- und Aussenraum, Zwei- und Mehrdimensionalität. Einzelne Arbeiten dieser Reihe aus transparenten Steinen beleutet er von Innen mit Schwarzweiß-TVs. Diese heben mit ihren Licht- und Schatteneffekten die starre Geometrie der Figuren auf. Mit seinen 3D-Arbeiten gelingt Hahn am überzeugendsten die Verbindung von Zeichnung und Skulptur. Phantomartig wachsen für den mit 3D-Brille ausgestatteten Betrachter aus zweidimensionalen Zeichnungen Körper, die sich mit seinem Blick in verschiedene Richtungen bewegen, wobei sie ihre Form permanent verändern, um zum Schluss wieder in der Fläche zu verschwinden. Aktuell beschäftigt sich Hahn mit Sperrholzfiguren in der Form schematisierter menschlicher Körper, die wie im Steckkastensystem ineinandergepuzzelt werden können. Dabei verlieren sie ihre flächige Erscheinung, bilden miteinander vielschichtige skulpturale Formen. Auch hier wird ein wesentliches Charakteristikum seiner Arbeiten deutlich, die Reduktion der Form auf das Wesentliche, Unverzichtbare und das System des Bauens und Auflösens in Grundelemente. Vor allem ist es aber der ironische, witzige Aspekt, der die Arbeit Wolfgang Hahns auszeichnet und der der Auseinandersetzung mit seiner Arbeit eine spielerische Komponente verleiht.

Auszug aus einem Aufsatz von Astrid Opitz in: Katalog "Wolfgang Hahn", Städtisches Museum Schloss Rheydt; 2000

 
   


Kontakt:

Wolfgang Hahn

Beecker Straße 76
41179 Mönchengladbach
Tel.: 02161 - 46 74 54

Atelier:
Steinmetzstraße 31, im Hof links,
41061 Mönchengladbach

Email: info@wolfgang-hahn.com

 


12/10/05